Oper und Konzerte in Venedig




    Roberto Devereux, Oper von G. Donizetti

    Roberto Devereux, Oper von G. Donizetti

    Elisabeth I. von England regte die Phantasien und kreativen Köpfe vieler Menschen an. Allein ihre königliche Herrschaft lieferte eine Fülle von Themen für Theaterstücke, Lieder, Romane und Opern, aber es war ihr geheimes Liebesleben, das Gaetano Donizetti dazu inspirierte, Roberto Devereux zu komponieren. Die tragische Oper konzentriert sich auf das Leben von Robert Devereux, dem zweiten Grafen von Essex und mutmaßlichen Liebhaber der Königin. Die Arbeit ist Teil von Donizettis „Tudor-Zyklus“, zu dem ebenfalls Il castello di Kenilworth, Maria Stuarda und Anna Bolena gehören. Elisabetta, Maria und Anna wiederum sind als „Donizettis Königinnen“ bekannt. Auf der Bühne des Gran Teatro La Fenice in Venedig wird ein Stück Musikgeschichte und englische Geschichte lebendig.

    Salvatore Cammarano bearbeitete das Libretto für Roberto Devereux mit einem Blick auf das französische Drama Elisabeth d'Angleterre von Jacques-François Ancelot, obwohl Felice Romanis eigenes Libretto Il conte d'Essex ebenfalls einen deutlich erkennbaren, wenn auch nicht anerkannten Einfluss hatte. Donizetti erlebte während der Arbeit an dem Opernwerk eine Reihe persönlicher Tragödien, darunter den Tod seiner Eltern, zweier seiner neugeborenen Kinder und seiner Frau. Trotz seiner privaten Schicksalsschläge blieb der Komponist jedoch der Arbeit treu, und Roberto Devereux wurde am 28. Oktober 1837 im Teatro di San Carlo in Neapel mit großem Erfolg uraufgeführt.

    Die Handlung von Roberto Devereux betrifft einen Tiefpunkt im Leben des Grafen von Essex. Als Favorit von Elisabeth I. diente er als Gouverneur von Irland, wo er unvorsichtigerweise einen inakzeptablen Waffenstillstand mit den örtlichen Rebellen vereinbart hat. Für dieses leichtsinnige Vorgehen wartet er nun darauf, wegen Hochverrats vor Gericht gestellt zu werden. Die Situation wird durch seine alte Affäre mit Sara, der Herzogin von Nottingham, die immer noch in ihn verliebt ist, verkompliziert. Ein gestickter Schal in Roberts Hand macht Elisabeth bewusst, dass sie eine Rivalin um das Herz des Grafen hat – aber wen genau, vermag sie noch nicht zu erkennen. Politische Intrigen und verratene Gefühle vermischen sich, um das Drama zu einem tragischen Höhepunkt zu bringen.




    image Gran Teatro La Fenice / Fondazione Teatro la Fenice / Michele Crossera