Oper und Konzerte in Venedig




    Pimpinone, Oper von T. Albinoni

    Pimpinone, Oper von T. Albinoni

    Eine arme junge Frau trifft einen dummen, reichen Mann und entscheidet, dass dieser ihre Gelegenheit darstellt, im Leben voranzukommen – was soll schon schiefgehen? Dieser klassische Komödienstoff, gepaart mit der erquickend zurückhaltenden und dynamischen Musik des italienischen Barock-Meisters Tomaso Albinoni, das ist Pimpinone, ein komödiantisches Intermezzo, das zurück nach Hause kommt, ins Teatro Malibran in Venedig.

    Zu Beginn des 18. Jahrhunderts starb der Brauch, ein wenig Comedy in ansonsten ernste Aufführungen einzustreuen, langsam aus, doch das Publikum verlangte nach wie vor nach etwas komödiantischer Abwechslung. Aus diesem Konflikt heraus entstand das neue Genre des Intermezzo comico, wobei sich in den Pausen der ernsten Handlung eine eigene Geschichte entwickelte. Als überaus produktiver Ehrgeizling schaffte Albinoni es, das Intermezzo Pimpinone so gut zu machen, dass es schnell zu einem eigenständigen Bühnenwerk wurde.

    Mit dem Libretto von Pietro Pariati hat Pimpinone messerscharfen Witz, jede Menge herzliche Lacher und eine soziale Botschaft, die zeitlos ist. Das verarmte junge Zimmermädchen Vespetta kommt in den Haushalt des einfältigen Pimpinone und entwirft schnell einen Plan, um ihn dazu zu bringen, sie zu heiraten. Wie vorauszusehen war, erliegt der einfache reiche Mann dem Charme und dem Witz des Bauernmädchens. Sobald sie verheiratet sind, wendet sich das Blatt und Vespetta entdeckt ihre wahre Natur, die deutlich weniger angenehm als angenommen ist.

    Die gesellschaftskritische Komponente und der Humor Pariatis inspirierten Albinoni dazu, eine komische Oper zu komponieren, die ebenso dynamisch wie auf den Punkt ist wie ihr Libretto. In einem Vorgriff auf die Stilistik der Opera buffa späterer Jahrzehnte erschuf der Komponist eine Mischung aus sich abwechselnden Arien und Duetten, durchsetzt mit viel Parlando, welche die Komik des Texts wahrhaft glänzen lassen. Die Melodien verströmen Verspieltheit und Einfachheit, was den engen geistigen Horizont der Hauptfigur widerspiegelt. Ein Stück Alltagsleben in Venedig, serviert mit einer Beilage beißenden Humors auf einem Kanapee frei fließender Melodien – wer könnte dem widerstehen?

    Pimpinone hatte ihre Premiere als Teil von Albinonis ernster Oper Astarto am 26. November 1708 im Teatro San Cassiano in Venedig, der Heimatstadt des Komponisten. Von dort an gewann sie schnell an Beliebtheit, verdiente sich ihren eigenen Platz auf der Bühne und verbreitete sich schnell und weit in der Opernwelt. Die streitbare Beziehung zwischen Vespetta und Pimpinone erwacht auf der Bühne des Teatro Malibran zum Leben!




    image Teatro Malibran / Fondazione Teatro La Fenice, Michele Crosera