Oper und Konzerte in Venedig




    L’Italiana in Algeri, Oper von G. Rossini

    L’Italiana in Algeri, Oper von G. Rossini

    Der 21 Jahre alte Gioachino Rossini hatte alle Hände voll zu tun, er stellte vier Opern innerhalb eines Jahres fertig, von denen jede ein Juwel in seiner komödiantischen Krone wurde. Doch nur eine dieser Opern konnte über die Jahre ihre Verbreitung und Popularität behalten. L’italiana in Algeri (Die Italienerin in Algier), Rossinis frühes Meisterwerk eines lustigen Dramas, wird einmal mehr in der Stadt ihres erfolgreichen Debüts erstrahlen, doch diesmal im Gran Teatro La Fenice.

    Rossini, bekannt für seine gründliche und strenge Arbeitsmoral, erhielt einen Auftrag vom Teatro San Benedetto in Venedig, nachdem Carlo Coccio es nicht geschafft hatte, eine beauftragte Oper rechtzeitig fertigzustellen. In einem Rennen gegen die Zeit nahm Rossini das bereits bestehende Libretto von Angelo Annelli, welches bereits als Basis für eine frühere Oper desselben Namens von Luigi Mosca gedient hatte. Die finale Opernversion von L’italiana in Algeri wurde so in weniger als einem Monat fertiggestellt.

    Trotz der Eile ist Rossinis kompositorische Arbeit in dieser Oper makellos und sie zeigt viele der Elemente, die ihn zu einem der unbestrittenen Meister der komischen Oper machen sollten. Die orchestralen Passagen sind flott und randvoll mit Energie und die Ensemble-Nummern stecken voller cleverer Haken wie Wiederholungen und andere Soundeffekte, die unterhalten und anregen.

    L’italiana in Algeri folgt Isabella, einer schönen, tapferen und intelligenten jungen Frau, die sich auf einer Mission befindet, um ihren Liebhaber Lindoro aus den Händen von Mustafà, dem Bey von Algier zu retten, der ihn als Geisel hält. Nach einer Reihe komischer Situationen, in denen sie ihren Witz und ihren Charme einsetzt, befreit Isabella Lindoro und triumphiert über den Bey. Das Happy End ist ebenso befriedigend wie es unterhaltsam und witzig ist, nach echter Rossini-Manier.

    Isabella, ein Mezzosopran, ist eine Rolle, die für viele von Rossinis Werken typisch werden sollte. Als Meister der weiblichen Mittellage machte er ausführlich Gebrauch von der besonderen Fülle und der Ausdruckspotenzial dieser speziellen Stimme. Stimmrollen wie die von Isabella bereiteten den Weg für das, was heute als ‘Koloratur-Mezzosopran’ bekannt ist und dank Rossinis Erkundung dieses Gebiets ist die Opernwelt heute vielfach reicher.

    Die Premiere im Teatro San Benedetto von Venedig am 22. Mai 1813 war ein fantastischer Erfolg, mit langen Ovationen und begeisterten Kritiken. Seitdem ist L’italiana in Algeri ist immer ein Lieblingsstück der Opera buffa geblieben und ein bleibendes Zeugnis für Gioachino Rossinis Produktivität und ungemeinem musikalischen Talent.




    image Gran Teatro La Fenice / Fondazione Teatro La Fenice, Michele Crosera