Oper und Konzerte in Venedig




    Il re pastore, Oper von W. A. Mozart

    Il re pastore, Oper von W. A. Mozart

    Nach einer Italienreise ins heimatliche Salzburg zurückkehrend, produzierte der junge Wolfgang Amadeus Mozart mehrere Bühnenstücke für seinen wichtigsten Kunden, den Erzbischof. Obwohl sie in punkto Beliebtheit nicht an seine späteren Kreationen heran reichen, trägt jedes davon seinen unnachahmlichen Stil und seinen fantastischen Sinn für Melodien in sich. Die altmodische ernste Oper Il re pastore (Der König als Hirte) ist eines dieser frühen Werke, das in dieser Saison am Gran Teatro La Fenice in Venedig gespielt wird.

    Der 19 Jahre alte Mozart erhielt vom Erzbischof von Salzburg, Fürst Hieronymus von Colloredo, den Auftrag, eine Oper zu komponieren, um den offiziellen Staatsbesuch des Erzherzogs Maximilian Franz zu würdigen. Der junge Komponist stellte den Auftrag in nur sechs Wochen fertig und Il re pastore hatte ihr Debüt am 23. April 1775 im Palast des Erzbischofs in Salzburg, zum Vergnügen der anwesenden, hochkarätigen Gäste.

    Il re pastore beruht auf einem Libretto des italienischen Meisterdichters Pietro Metastasio von 1751, ein großer Name im Genre der ernsten Oper. Der Quelltext stammt aus Torquato Tassos frühem Stück Aminta. Es bringt uns zurück in die Zeit von Alexander dem Großen, der in seinem letzten Feldzug den Tyrannen Strato besiegt hat und nun auf der Suche nach dem rechtmäßigen König von Sidon ist. König Alessandro findet bald heraus, dass Aminta, scheinbar nur ein einfacher Schafhirte, der Erbe des Throns von Sidon ist.

    Amintas plötzlicher Aufstieg belastet seine Beziehung mit der Schafhirtin Elisa, denn Alessandro schlägt eine Hochzeit zwischen dem neuen König und Tamiri, Stratos Tochter vor, um einen friedlichen und dauerhaften Machtübergang sicherzustellen. Weder Tamiri noch Aminta wollen das, denn jeder von ihnen ist in jemand anderen verliebt. Nach viel Drama gewinnen König Alessandros legendäre Weisheit und Gerechtigkeitssinn die Oberhand und Aminta besteigt den Thron von Sidon mit seiner wahren Liebe Elisa an seiner Seite.

    Das Libretto von Il re pastore hat mehr als einem Dutzend Komponisten gedient, bevor Mozart sich seiner annahm, doch seine Version ist noch immer die meist akzeptierte Opernfassung der zu Grunde liegenden Hirtengeschichte. Das junge österreichische Genie schaffte es, eine angestaubte, steife Handlung über den Konflikt zwischen staatsmännischen Pflichten und wahrer Liebe zu nehmen und sie unterhaltsam und bei Bedarf emotional zu gestalten. In klassischem Mozart-Stil sind die Melodien frisch und fesselnd – beachten sie Amintas seine Liebe bestätigende Arie ‘L'amerò, sarò costante’. Das Gran Teatro La Fenice in Venedig wischt den Staub von einem weiteren, frühen Mozart-Klassiker!




    image Gran Teatro La Fenice / Fondazione Teatro la Fenice / Michele Crossera