Oper und Konzerte in Venedig

Gran Teatro La Fenice


I, € 268
II, € 244
IV, € 183



Don Giovanni, Oper von W. A. Mozart

Don Giovanni, Oper von W. A. Mozart

Am 29. Oktober 1787 kam das Publikum im Prager Nationaltheater (heute das Ständetheater) in den Genuss einer fröhlichen Opernpremiere, die nach und nach beinahe buchstäblich einen Abstieg in die Hölle erlebte – und das Publikum liebte es. Indem er die Geschichte des berühmten, fiktiven Wüstlings mit seinem üblichen Witz und seinem musikalischen Erfindungsreichtum durchsetzt, entwarf Wolfgang Amadeus Mozart den Don Giovanni so, dass er sowohl unterhält als auch schockiert. Die berühmte Oper wird diese Saison dasselbe auch auf der Bühne des Gran Teatro La Fenice in Venedig tun.

Mozart hatte in Prag mit seiner vorherigen Oper, der Hochzeit des Figaro, großen Erfolg gehabt und schnell erhielt er vom dortigen Nationaltheater einen weiteren Auftrag. Er entschied sich dazu, einmal mehr mit dem Librettisten Lorenzo Da Ponte zusammenzuarbeiten, obwohl der Italiener zu jener Zeit bereits bis zum Hals in anderen Aufgaben steckte. Um etwas Zeit zu sparen schlug Da Ponte vor, die Geschichte von Don Juan zu adaptieren, dem berüchtigten, fiktionalen spanischen Freigeist und Frauenhelden. Von den unmoralischen Zügen der Geschichte fasziniert, stimmte Mozart dem bereitwillig zu.

Es ist schwierig, Don Giovanni einzuordnen. Mozart bezeichnete sie als komische Oper, während Da Ponte sie als lustiges Drama charakterisierte, als 'Dramedy' nach heutigen Standards. Tatsächlich stellt die Oper eine Reise von Spaß und Abenteuer hin zur schrittweisen Erkenntnis dar, dass alle Handlungen Konsequenzen haben. Die Geschichte kulminiert in Don Giovannis Abstieg in die Hölle, wo er für seine Frivolitäten und Verfehlungen der Vergangenheit bezahlen muss.

Nur ein musikalisches Genie wie Mozart könnte einen so weiten und vielgestaltigen musikalischen Bogen beschreiben und er tat dies herausragend. In Don Giovanni ist die Musik ein ebenso integraler Bestandteil der Handlung und des Humors wie der zugrunde liegende Text. In der berühmten Katalog-Arie des ersten Akts zum Beispiel ('Madamina, il catalogo è questo'), in der der Diener Leporello Don Giovannis weibliche Eroberungen aufzählt, werden die Beschreibungen kleiner, zarter Frauen mit kürzeren Noten akzentuiert, während größere oder kräftigere Damen mit längeren Tönen vorgestellt werden.

Mozart nutzt auch geschickt die musikalische Metapher, um Don Giovannis Verführungstechniken zu beschreiben: Im Duett 'Là ci darem la mano', verwachsen die alternierenden Verse langsam in eine Duettharmonie, um anzudeuten, dass der Verehrer das Objekt seiner Zuneigung für sich gewinnt. Gegen Ende machen diese klugen musikalischen Kunstgriffe Platz für ein bombastisches, dunkles Finale, sicherlich Mozarts dunkelste Opernmusik, zu der eine zum Leben erwachte Statue Don Giovanni geradewegs in die Hölle bringt. Gänsehaut ist garantiert!




image Don Giovanni, W. A. Mozart / Fondazione Teatro La Fenice, Michele Crosera